Mit ´Leistungspaketen´ setzen Sie einen kleinen Trick bei der Rechnungslegung ein. Dieser (faire) Trick verändert die Optik einer Rechnung so, dass ein Mehrerlös pro Auftrag erzielt wird und – der Auftraggeber einen wirklich guten Überblick über Ihre ´Dienstleistungen´ bekommt.
Mischen possible
In der Bestattung war bisher eine ungewöhnliche Mischkalkulation üblich: Der Sarg kam mit atemberaubendem Preisaufschlag daher, Dienstleistungen wurden traditionell kaum berechnet. Jahrzehntelang hat der Bestatter mit dem Erlös aus dem Verkauf des Sarges seine immer umfangreicher werdenden Dienstleistungen subventioniert.
Andere Zeiten
Die Mischkalkulation in der Bestattungsbranche ist auf den Prüfstand! Es ist zunehmend schwierig, den hohen Aufschlag beim Sargpreis zu rechtfertigen. Jeder nimmt das wahr und für jeden hat es andere Gründe. Stellen Sie Ihr Unternehmen auf die sich ändernden Verhältnisse ein: Fakturieren Sie Dienstleistungen ab sofort angemessen und warten Sie nicht darauf, dass der Markt Sie dazu zwingt.
´Sarg´ - das geht besser
Kein Bestatter verkauft heute einen Sarg als ´Sarg´. Es ist - dem Preis angemessen - mindestens ein ´Hochwertig verarbeiteter Design-Kiefernsarg mit eingearbeitetem geschwungenem Bachlauf, in Apricot gebeizt, mit Innenausstattung aus Atlasseide und sechs Seilgriffen´. Oder wie auch immer. Jedenfalls nicht einfach nur ´Sarg´.
´Erledigung der Formalitäten´ - da geht mehr
Auch diese Formulierung ist – vom Standpunkt eines modernen Bestattungs-Marketing aus betrachtet - extrem einfallslos. Ein Artikel, der mit ´Erledigung der Formalitäten´ bezeichnet wird, rechtfertigt als Preis keine 50 EUR. Diese Bezeichnung gehört ohne weitere Diskussion in die Kiste der Begrifflichkeiten vergangener Zeiten.
Ihr neues Prinzip: Jeder Handschlag wird notiert
Ihr Ziel ist, dem Kunden in schlichter aber deutlicher Form zu sagen, was Sie für ihn geleistet haben und was Sie für Ihre Bemühungen verlangen. Sie wollen dabei nicht übertreiben, ehrlich sein und sich marktgerecht verhalten.
Hin zur modernen Dienstleistungsabrechnung
1. Machen Sie sich klar, was Sie leisten.
Der erste Schritt in Richtung eines modernen Dienstleistungsmanagements ist: Notieren Sie sämtliche Dienstleistungen, die Sie für Ihre Kunden erledigen (also ´jeden Handschlag´). Scheuen Sie sich nicht, auch zunächst absurd erscheinende Punkte zu protokollieren. Erstellen Sie auf diese Weise eine Stoffsammlung. Für die Dokumentation Ihrer Arbeit dem Kunden gegenüber erfassen Sie alles (evtl. im Register "Vorgänge").
2. Bearbeiten Sie die Liste.
Fassen Sie einzelne Punkte zusammen.
- Urkunden zum Standesamt bringen + Urkunden vom Standesamt holen
- Terminabsprachen mit dem Pfarramt und mit dem Friedhofsamt
Splitten Sie andere Positionen auf.
- Abmeldung bei der Krankenkasse
- Schreiben an Versicherung und Anforderung von Versicherungsleistungen
- Abmeldung der Rente und Beantragung der Witwenrente
Beschreiben Sie die Artikel sachlich und klar.
- Bestellen der Kaffeetafel bei °
- Entwurf und Aufgabe der Zeitungsanzeige sowie Textabgleich mit der Zeitung
Gliedern Sie, z. B. chronologisch.
3. Legen Sie Dienstleistungen im Artikelstamm an.
Legen Sie die vorbereiteten Dienstleistungsartikel im Artikelstamm an.
Nehmen wir ein Beispiel: Sie vereinbaren mit dem Friedhofsamt Termine. Im Schnitt brauchen Sie für diese Dienstleistung eine Viertelstunde. Wenn Sie Ihre Zeit mit 40 EUR pro Stunde ansetzen, kostet eine Viertelstunde 10 EUR. Schreiben Sie als Preis für die ´Terminabsprache mit dem Friedhofsamt´ also einen Preis von 10 EUR.
4. Definieren Sie Leistungspakete / Päckchen.
Siehe Artikel "Leistungspakete für den Rechnungsdruck vorbereiten"
5. Drucken Sie die neue Rechnung.
Siehe Artikel "Leistungspakete im Rechnungsdruck verwenden"
Zum Beispiel so: